Landau & Kindlbacher
DEEN
D-E
Sing- und Musikschule
München Bogenhausen

Für die Städtische Sing- und Musikschule sollte in dem ehemaligen Musiksaal der Lauer-Villa in München Bogenhausen ein Probe- und Konzertsaal errichtet werden.

Die Lauer-Villa wurde 1912-1913 nach den Plänen des Architekten Wilhelm Scherer im Stile eines großbürgerlichen Landhauses errichtet. Nach der Aufgabe der Wohnnutzung wurde das Gebäude im Laufe der Geschichte als Münchner Edelmesse, Corpshaus Suevia, Kindergärtnerninnenseminar, Synagoge und Fachhochschule genutzt.
Die baulichen Spuren dieser vielfältigen Nutzungen zeigten sich insbesondere im ehemaligen Musiksaal, der zuletzt als Sporthalle für den Kindergarten diente. Der Sportbodenbelag, die Kletterwände und die abgekofferte Königsloge liesen nur noch wenig vom dem ehemaligen Charakter des Saales erahnen. Zunächst wurde der bauliche Bestand des Saales im Sinne des Denkmalschutzes auf die historisch wertvolle Grundsubstanz zurückgebaut, die neugotische Holzdecke saniert und die raumprägenden Natursteinelemente der Königsloge und das seitliche Portal freigelegt.

 

14 eigens für das Projekt entwickelte multifunktionale Akustikpaneele erfüllen die hohen Anforderungen bezüglich der Flexibilität der Raumakustik, der Beleuchtung und der Beheizung. Die Wandpaneele mit Ihrer gekrümmten, teils reflektierenden, teils absorbierenden Oberfläche verbessern die generelle Raumakustik und integrieren seitlich die regelbare Raumbeleuchtung. Zusätzlich können schallabsorbierenden Flächenvorhänge hinter den Akustikpannelen hervorgefahren werden und erzeugen so das gewünschte akustische Szenario. Durch die im Kern der Paneele angeordnete Heizleitungen und Strahlungsbleche aus Kupfer werden die Elemente zum Flächenheizkörper und versorgen den hohen Raum mit behaglicher direkter Strahlungswärme ohne Konvektionsanteil. Somit wird die sonst übliche Überheizung der Luftmassen im Deckenbereich vermieden. Für den Bodenbelag wurde ein Holzparkett aus kerngeräucherter Eiche gewählt und im Schiffsbodenverband verlegt. Die Farbanalogie zur Decke verstärkt den Eindruck der aufstrebenden Wandflächen.

 

Gestalterisches Ziel des Entwurfes ist die Herausarbeitung der historischen Bausubstanz durch den bewußten Einsatz der modernen Architektursprache der neuen Einbauten, die in Ihrer Ihrer funktionalen und ästhetischen Selbstverständlichkeit überzeugen sollen.

Bauherr:

Landeshauptstadt München, Baureferat Hochbau 3
Fläche:155 m2
Fertigstellung:2002