Landau & Kindlbacher
DEEN
D-E
Schatzkammer St. Peter
München

Bauaufgabe war es, im Untergeschoß der Sakristei des ‚Alten Peter‘ in München ein kleines Museum zur Präsentation des Kirchenschatzes einzurichten.
Nach der fast vollständigen Zerstörung der Kirche im 2.Weltkrieg wurde der Wiederaufbau im Sinne einer Rekon-struktion durch den Architekten Peter Schaich durchgeführt. Im Gegensatz zu den von Hans Döllgast wiederaufgebauten Kirchen in München wurde hier auf eine deutliche Kenntlichmachung der Kriegsschäden und der unterschiedlichen Entstehungszeiten verzichtet. Diese Schnittstelle der historischen Bausubstanz mit der Wiederaufbau-architektur der 50er-Jahre wird zum Grundthema des Entwurfes. Der Raum der Schatzkammer wird auf einer Seite durch die Gründung des Barockchores samt Turmfundament bestimmt, die restlichen Umfassungs-wände und Decke bildet die Nachkriegs-bausubstanz der Kellerräume.

Der neue Einbau der Schatzkammer wird als 3-seitige Holzfaltung deulich ablesbar durch eine breite Fuge in den Bestand eingestellt. Diese Fuge wird mit losem Kiesel belegt, verweist damit auf das darunterliegende Erdreich und die Lage der Schatzkammer im Gebäude. Die Schatzkammer ist kein öffentliches Museum und kann nur nach Voranmeldung und mit Führung besichtigt werden.  Dies ermöglicht die offene Präsentation der Exponate, die auch zur übersichtlichen Auswahl der Gegenstände für den jeweilgen Gottesdienst notwendig ist. Ausstellungsstücke sind liturgische Geräte aus den letzten 4 Jahrhunderten, darunter besonders wertvolle Monstranzen und Reliquiare.  Der Material- und Formenvielfalt aus Gold, Silber und Edelsteinen wird die bewußt reduzierte Formensprache der Faltung aus Kirschholz entgegengesetzt.

Bauherr: 

Stadtpfarramt St Peter
Fläche:ca. 20 m2
Fertigstellung:1998